Mobil first heißt auch Content first


von Johst Klems

earnesto_Blog_Mobilfirst_02

Es ist nun 10 Jahre her, als sich führende Blackberry Manager recht entspannt gezeigt haben, als Apple das erste iPhone und damit den schärfsten Konkurrenten der Minitastaturtelefone ins Rennen geschickt hat. Die Erfolgsgeschichte rund um das iPhone ist einzigartig. Mit dem iPhone wurde das Smartphone, in der Form wie wir es heute kennen, alltagstauglich. Steve Jobs wollte immer die Welt verändern. Steve Job hat die Welt verändert. Unter anderem auch die Werbewelt. Jetzt soll es in diesem Artikel allerdings nicht um eine erneute Lobhudelei rund um Apple gehen. Ja…war krass! Was allerdings mit dem Gerät einher ging und bis heute anhält, ist die Nutzung von mobilen Inhalten. Die neuen Smartphonegenerationen machen das Surfen, Shoppen oder Instagramen so unglaublich einfach und attraktiv. Kein Wunder, dass wir immer mobiler werden. Die ganze Welt ist mobile. Im Café, beim Treffen mit Freunden, in der Bahn, beim Autofahren. Die Welt ist voll auf mobile und das Nutzungsverhalten, was zeitweise eher einer Sucht zu ähnelt scheint, nicht mehr zu kontrollieren. Der Anteil der mobilen Google-Anfragen übersteigt mittlerweile die Desktop Abfragen, die Verkaufszahlen von Smartphones übertreffen sich seit geraumer Zeit stetig. Kann man schon nachvollziehen oder? Mich beherrscht heute eher mein Telefon als mein Laptop. Für viele Dinge ist ein Laptop einfach nicht mehr nötig. Das Handy ist schneller zur Hand, liefert genauso schnelle Antworten und ich vermisse nichts. Unterwegs schnell mal checken wie lange ein Restaurant geöffnet hat, beim Warten checken was Instagram sagt oder mal eben das Parfüm nachbestellen, was sich am Morgen dem Ende neigte. Ganz normal. Alles funktioniert auch mobile! Alles? Ne, leider nicht.

Eine Sache funktioniert ganz und gar nicht. WERBUNG im klassischen Sinne. Der Platz für Content auf den Displays der Smartphones ist eingeschränkt. Banner die den wenigen Platz noch verbauen, sind extrem störend. Verbraucher haben wenig Verständnis für blinkende Banner, deren X zum Schließen so klein ist, dass man nahezu immer den Umweg eines Klicks auf die Werbung gehen muss. „Toll“, sagen die Analysen dann im Nachhinein. „Die Leute klicken unsere Werbung, tolle Klickraten.“ Bullshit, das kann nicht unser Ernst sein, sage ich. Mobile Werbung ist der finale Akt, der zeigt, dass das altbewährte Prinzip Störerwerbung in der neuen Welt nicht mehr funktioniert.

Alter Wein in neuen Schläuchen ist hier bestenfalls Essig. Mobile Werbung ist des Wortes „Werbung“ nicht würdig. Die Werbebranche muss sich etwas Neues einfallen lassen bzw. der Umschwung passiert längst. Mobile Menschen mit mobilen Surfgewohnheiten müssen mit Inhalten angesprochen werden, die zu Ihrer Lebenswirklichkeit passen und damit Aufmerksamkeit erregen. Genau das will Werbung: Aufmerksamkeit! Kein Wunder, dass heute Werbung auf Instagram und Facebook boomt. Bezahlte Werbung sieht dort aus wie Content. Nicht wegklickbar, wenig nervig und meistens ganz und gar im Look an Feel des Contents, den ich ohnehin mag. Auch Influencer gehen gerade ihren Weg Schritt für Schritt in den Mittelpunkt der Werbeindustrie. Sie erzählen Geschichten und binden dort eher beiläufig Produkte ein. Unfassbar viele Kanäle die sich dort aufmachen und unsere Welt verändern. Hast du heute Reichweite, kannst du Dinge verändern, damit Geld verdienen, dich selbstständig machen und eben auch Kommunikation betreiben. Wir stehen hier erst am Anfang. Die Menschen reden von Grundeinkommen, ich sage, zukünftig wird unser Grundeinkommen auch daraus bestehen, dass jeder Mensch zum Medium wird und sich vermarkten kann. Für mich nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Werbung. Das Prinzip der Unterbrecherwerbung hat ausgedient. Die Generationen die heute heranwächst und mit Netflix und Co. groß wird, wird Werbung in der alten Form nicht akzeptieren und die Generationen die heute mobile sind, strafen die alte Form der Werbung ebenfalls ab.

Was folgen muss ist ein Umdenken. Je mobiler wir werden, je freier wir in unserem Konsum des jeweiligen Mediums sind, desto geringer ist für uns die Akzeptanz von Störerwerbung. Die Lösung kann nur Content heißen. Habe ich Content, der den User interessiert, beschäftigt er sich mit mir. Sei es als Marke oder als Influencer. Umso wichtiger wird es also zukünftig, dass Marken sich auf ihre Kernwerte besinnen und wissen, über was sie reden. Was sind die Geschichten hinter den Marken, wofür stehen wir? Wenn diese Fragen beantwortet sind, heißt es „tell the Story“. Raus mit den Geschichten, raus mit den Emotionen, ob mit Influencern oder ohne. Wichtig ist nur, dass die Menschen in der Bahn mobile bei Ihrer Geschichte hängen bleiben können und sich somit an ihre Geschichte erinnern.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Alternative Text

Johst Klems

Geschäftsführender Gesellschafter




Get earnesto Daily Touch

Facebook Logo Instagram Logo