WWF meldet: Der YouTube Creator ist vom Aussterben bedroht


von Nadine Keck

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Youtube:

DIE Videoplattform der Welt. Zweit größte Suchmaschine im Netz. Zuhause von Zoella, Pewdipie und MichellePhan. Geburtsstätte der Millionäre und Stars von heute. Wenn du Youtube Creator bist, dann hast du es geschafft.

Aber IST das so?

Als ich als alter, angeschossener Youtube Hase, der längst nicht mehr vorne mitrennt, sondern mit lahmen Bein hinterherhinkt – immerhin gibt es Kundenprojekte der earnation, die wichtiger sind als eigene Hauls ;) –auf der republica saß und dem Panel „Youtube – new media, old money“ zuhörte, wurde mir eins klar: Es mag in den letzten 5 Jahren extrem gewachsen sein, immerhin hat es sich in den letzten fünf Jahren verzehnfacht. Aber die neuen Player auf dem Video-Spielfeld heißen Snapchat und Facebook, die mit der Innovation „live“ die Massen im Sturm erobern und somit um ein Vielfaches schneller wachsen. Als logische Schlussfolgerung sind diese Plattformen natürlich sowohl für Investoren, Medien als auch Creator und Influencer selbst interessanter. Man möchte mit dem Trend gehen. Facebook und Snapchat sind schlau. Immerhin schaffen sie es durch vielzählige Funktionen – Chats, Stories, Bilder, Videos, Liveübertragung, Sticker & all die eigentlich überflüssigen Features, die aber genau die Trigger sind, die den Consumer auf der Website halten - die Verweildauer der User auf der Plattform nach oben zu manövrieren. Im Vergleich dazu hat Youtube eins: Videocontent. Und das zu 95 % on Demand. Vorproduziert. In Deutschland vorwiegend von jungen, aufmerksamkeitserregenden Youngsters. Und ja, Youtube mag das TV der Jugend sein, eben der Jugend, welche die Bravo im Zeitungsständer stehen lässt und dafür Bibi lauscht, wie sie ihre Beziehung mit Julienco aufrecht erhält. Die beiden Namen sagen dir nichts? Dann bist du vermutlich über 18 und guckst eher House of Cards oder Orange ist he new black als „Die eklige Bohnen Challenge“. Und das ist der springende Punkt.

Ist  Youtube wirklich noch Videoplattform Nummer eins? Oder hört man die Gesamtgesellschaft eher sagen „Lass mal heute Youtuben und chillen“. Nein. „Netfllix and chill“ – das ist eine Lebenseinstellung, ein Hobby und die Videoplattform unserer Generation. Und im Vergleich sollte sich Youtube als Videoplattform mit seinem Reichtum an vorproduzierten Inhalten nicht eher in eine Reihe mit On-Deman Diensten wie Netflix, Amazon Prime oder gar Spotify stellen. Betrachten wir doch einmal das Szenario. Was bietet uns zum Beispiel Netflix? Ein endloses Angebot an Serien, Filmen – richtige Hollywoodproduktionen, extrem nachgefragte Eigenproduktionen. Dahinter steckt Geld, viel Geld in Millionenhöhe für Lizenzen, Produktion und auch Marketing. Denn Netflix hat es verstanden: Willst du eine Videoplattform sein, dann musst du für Videocontent stehen, dich darüber identifizieren und gut sein in dem was du tust und auch investieren: Eben in Qualität. Hier ist Youtube ganz klar im Hintertreffen: Natürlich lassen sich auf Youtube die Inhalte monetarisieren, aber bei TKP’s von 1-4 Euro wird es mit der Refinanzierung von hochwertig erstelltem Content für ambitionierte Creator schwierig, ketzerisch gesagt unmöglich. Eben nur eine Handvoll der eben genannten, polarisierenden „low-budget-high-personality“ Creator schaffen es, von den Werbeeinnahmen leben zu können, da sie ein Millionen Publikum erreichen. Wenn ich provozieren wollen würde, könnte ich sogar behaupten, dass Youtube seine Creator in die „Schleichwerbe-Welle“ getrieben hat. Denn schafft man es nicht, sich über die Monetarisierung zu finanzieren, so sucht man neue Wege, wie das Sponsoring und Product Placements, die den Content allerdings im Umkehrschluss bestimmen und gar vergiften können – eben das Kernstück, für das Youtube stehen sollte. Glücklicherweise ist ja nicht alles schwarz / weiß und Youtube macht schon Baby Steps in die richtige Richtung, wie zum Beispiel mit Youtube Red, ein durch Youtube finanziertes On- Demand Programm. Also Youtube: Hast du es vielleicht doch schon verstanden, dass du dich neu fokussieren und deine Refinanzierung überdenken musst, um die Erstellung von hochwertigem Videocontent zu gewährleisten, um somit deine Community zu halten und neue Zielgruppen für dich gewinnen zu können, damit du weiterhin – trotz der neuen Videoplayer – wachsen kannst? Während ich mir gerade noch nicht sicher bin, welche Entertainment Plattform ich heute Abend suchten werde, gebe ich dir,  meinem alten Freund Videoplattform Nummer 1 noch einen Ratschlag mit auf den Weg: Werde aktiv, Youtube! Schaffe Möglichkeiten, wie man mit gutem Content Geld verdienen kann - denn so kannst du dich als Plattform für „Video on Demand“ weiterhin etablieren und Schritt halten. Und dann schaue ich heute Abend vielleicht doch eine gute Youtube Produktionen , statt die 3. Staffel Orange is the new black. ;)

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Nadine Keck

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